Am meisten habe ich in Situationen gelernt, in denen es keine Blaupause gab

February
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2026
2026
Ulvi AYDIN
Internationale Führung mit Haltung – im Gespräch mit Marcus Krafft Marcus, wer bist du – und wie würdest du dich selbst beschreiben?
Ich bin in Deutschland geboren und ausgebildet, fachlich in Europa gewachsen und persönlich wie beruflich stark international geprägt, insbesondere durch viele Jahre in Asien. Diese Erfahrungen haben meine Haltung nachhaltig beeinflusst. Offenheit, Respekt und echtes Zuhören sind für mich keine Soft Skills, sondern die Grundlage verantwortungsvoller Führung und guter Governance.
Ich arbeite strukturiert, faktenbasiert und lösungsorientiert – auch unter Druck. Gleichzeitig verliere ich nie den Blick für die Menschen, die Entscheidungen tragen und umsetzen müssen. Gerade in Transformations- und Restrukturierungssituationen ist diese Balance entscheidend. Welche Stationen deiner Karriere haben dich besonders geprägt?
Drei Stationen stechen für mich besonders heraus.
Zu Beginn meiner Laufbahn war es ein Greenfield-Projekt in Spanien, bei dem ich den Aufbau und Hochlauf eines Logistikzentrums für Opel Zaragoza verantwortete. Innerhalb kürzester Zeit mussten hochkomplexe Prozesse stabil funktionieren. Diese Phase hat mir früh gezeigt, wie wichtig Klarheit, Vorbereitung und Verantwortungsübernahme in der Umsetzung sind. Sehr prägend war auch meine Zeit in China während der Finanzkrise 2008/2009. Dort habe ich ein Werk kontrolliert heruntergefahren und anschließend wieder erfolgreich auf volle Auslastung hochgefahren. Parallel entstand ein integriertes End-to-End-Supply-Chain-Management. Diese Erfahrung hat mein Verständnis für Krisensteuerung, Resilienz und interkulturelle Führung nachhaltig geschärft. Die dritte wichtige Station war der Aufbau und die Steuerung der gesamten Supply Chain in der Region T-MEA-CIS. In einem politisch und wirtschaftlich herausfordernden Umfeld ging es darum, Governance-Strukturen zu etablieren, Organisationen zu transformieren und Führung neu zu denken. Dort wurde mir noch einmal sehr deutlich, wie zentral Vertrauen, klare Entscheidungsmodelle und konsequente Umsetzung sind. Wofür wirst du heute am häufigsten von Unternehmen angefragt?
Unternehmen holen mich, wenn Lieferfähigkeit, Kostenstrukturen oder Governance spürbar unter Druck geraten. Meine Kernkompetenz liegt in der End-to-End-Stabilisierung globaler Supply Chains – von der Analyse über die operative Umsetzung bis zur nachhaltigen Verankerung in Strukturen, Prozessen und Führung.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Neuausrichtung von Supply-Chain- und Beschaffungsorganisationen, der Transparenz über Kostenstrukturen sowie klaren Governance- und Entscheidungsmodellen. Ziel ist immer, Steuerbarkeit zurückzugewinnen und Organisationen langfristig handlungsfähig zu machen. Was hat dich beruflich am meisten weitergebracht?
Am meisten habe ich in Situationen gelernt, in denen es keine Blaupause gab – etwa in Restrukturierungen, Post-Merger-Phasen oder akuten operativen Krisen. In solchen Momenten zeigt sich, was wirklich trägt: Klarheit, Geschwindigkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Ich habe gelernt, Entscheidungen nicht aufzuschieben, sondern Maßnahmen konsequent umzusetzen – auch bei unvollständiger Informationslage. Führung bedeutet dann, Orientierung zu geben, Prioritäten zu setzen und gemeinsam mit den Teams ins Handeln zu kommen. Was motiviert dich persönlich?
Mich motiviert es, Wirkung zu erzielen: wenn aus Unsicherheit Struktur wird, aus Stillstand Bewegung und aus Maßnahmen messbare Ergebnisse entstehen. Besonders erfüllend ist für mich der Moment, in dem Teams wieder Vertrauen in ihre eigene Leistungsfähigkeit gewinnen und Verantwortung aktiv übernehmen.
Nachhaltige Veränderung gelingt nur, wenn Mensch, Prozess und System zusammen gedacht werden. Menschen mitzunehmen, Perspektiven zu verbinden und Komplexität zu reduzieren, ist für mich deshalb ein zentraler Teil erfolgreicher Führung. Welche Werte leiten dich als Führungspersönlichkeit?
Vertrauen, Integrität, Ehrlichkeit und Verantwortungsbewusstsein stehen für mich im Zentrum. Ich glaube an klare Kommunikation, verlässliche Entscheidungen und daran, Verantwortung nicht weiterzureichen, sondern zu übernehmen.
Gute Führung schafft Orientierung, formuliert Erwartungen klar und gibt gleichzeitig Raum für Eigeninitiative. Unternehmerische Klarheit und menschliche Haltung gehören für mich untrennbar zusammen – besonders in schwierigen Situationen. Warum hast du dich entschieden, Teil von Ameritum zu werden?
Ameritum verbindet operative Tiefe mit unternehmerischem Anspruch – genau diese Kombination halte ich für entscheidend, wenn es um echte Transformation geht. Mich überzeugt der klare Fokus auf Wirkung, Verantwortung und Umsetzungsstärke.
Darüber hinaus haben mich die Menschen überzeugt. Der Austausch auf Augenhöhe und das ehrliche Sparring zu anspruchsvollen Themen waren für mich ausschlaggebend, Teil dieser Community zu werden. Worauf freust du dich in der Zusammenarbeit besonders?
Auf anspruchsvolle Mandate, ehrliches Sparring und darauf, gemeinsam Wirkung zu erzielen. Besonders reizvoll finde ich die Verbindung meiner operativen Erfahrung mit daten- und KI-gestützten Ansätzen, etwa über Tools wie catuuga – nicht als Selbstzweck, sondern als Unterstützung für bessere Entscheidungen, höhere Transparenz und nachhaltige Umsetzung. Zum Abschluss: Was gibt dir persönlich Energie?
Zeit mit meiner Familie ist mein wichtigster Ausgleich – insbesondere, seit ich Großvater geworden bin. Diese Nähe erdet mich sehr. Dazu kommen Bewegung, Laufen und Golf. Diese bewussten Pausen helfen mir, Abstand zu gewinnen und auch in intensiven Mandaten klar und fokussiert zu bleiben.
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Heute führe ich einen AYCON Expertentalk mit Marcus Krafft!

Internationale Führung mit Haltung – im Gespräch mit Marcus Krafft

Marcus, wer bist du – und wie würdest du dich selbst beschreiben?


Ich bin in Deutschland geboren und ausgebildet, fachlich in Europa gewachsen und persönlich wie beruflich stark international geprägt, insbesondere durch viele Jahre in Asien. Diese Erfahrungen haben meine Haltung nachhaltig beeinflusst. Offenheit, Respekt und echtes Zuhören sind für mich keine Soft Skills, sondern die Grundlage verantwortungsvoller Führung und guter Governance.
Ich arbeite strukturiert, faktenbasiert und lösungsorientiert – auch unter Druck. Gleichzeitig verliere ich nie den Blick für die Menschen, die Entscheidungen tragen und umsetzen müssen. Gerade in Transformations- und Restrukturierungssituationen ist diese Balance entscheidend.

Welche Stationen deiner Karriere haben dich besonders geprägt?


Drei Stationen stechen für mich besonders heraus.
Zu Beginn meiner Laufbahn war es ein Greenfield-Projekt in Spanien, bei dem ich den Aufbau und Hochlauf eines Logistikzentrums für Opel Zaragoza verantwortete. Innerhalb kürzester Zeit mussten hochkomplexe Prozesse stabil funktionieren. Diese Phase hat mir früh gezeigt, wie wichtig Klarheit, Vorbereitung und Verantwortungsübernahme in der Umsetzung sind.

Sehr prägend war auch meine Zeit in China während der Finanzkrise 2008/2009. Dort habe ich ein Werk kontrolliert heruntergefahren und anschließend wieder erfolgreich auf volle Auslastung hochgefahren. Parallel entstand ein integriertes End-to-End-Supply-Chain-Management. Diese Erfahrung hat mein Verständnis für Krisensteuerung, Resilienz und interkulturelle Führung nachhaltig geschärft.

Die dritte wichtige Station war der Aufbau und die Steuerung der gesamten Supply Chain in der Region T-MEA-CIS. In einem politisch und wirtschaftlich herausfordernden Umfeld ging es darum, Governance-Strukturen zu etablieren, Organisationen zu transformieren und Führung neu zu denken. Dort wurde mir noch einmal sehr deutlich, wie zentral Vertrauen, klare Entscheidungsmodelle und konsequente Umsetzung sind.

Wofür wirst du heute am häufigsten von Unternehmen angefragt?


Unternehmen holen mich, wenn Lieferfähigkeit, Kostenstrukturen oder Governance spürbar unter Druck geraten. Meine Kernkompetenz liegt in der End-to-End-Stabilisierung globaler Supply Chains – von der Analyse über die operative Umsetzung bis zur nachhaltigen Verankerung in Strukturen, Prozessen und Führung.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Neuausrichtung von Supply-Chain- und Beschaffungsorganisationen, der Transparenz über Kostenstrukturen sowie klaren Governance- und Entscheidungsmodellen.

Ziel ist immer, Steuerbarkeit zurückzugewinnen und Organisationen langfristig handlungsfähig zu machen.

Marcus Krafft

Was hat dich beruflich am meisten weitergebracht?


Am meisten habe ich in Situationen gelernt, in denen es keine Blaupause gab – etwa in Restrukturierungen, Post-Merger-Phasen oder akuten operativen Krisen. In solchen Momenten zeigt sich, was wirklich trägt: Klarheit, Geschwindigkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.


Ich habe gelernt, Entscheidungen nicht aufzuschieben, sondern Maßnahmen konsequent umzusetzen – auch bei unvollständiger Informationslage. Führung bedeutet dann, Orientierung zu geben, Prioritäten zu setzen und gemeinsam mit den Teams ins Handeln zu kommen.

Was motiviert dich persönlich?


Mich motiviert es, Wirkung zu erzielen: wenn aus Unsicherheit Struktur wird, aus Stillstand Bewegung und aus Maßnahmen messbare Ergebnisse entstehen. Besonders erfüllend ist für mich der Moment, in dem Teams wieder Vertrauen in ihre eigene Leistungsfähigkeit gewinnen und Verantwortung aktiv übernehmen.


Nachhaltige Veränderung gelingt nur, wenn Mensch, Prozess und System zusammen gedacht werden. Menschen mitzunehmen, Perspektiven zu verbinden und Komplexität zu reduzieren, ist für mich deshalb ein zentraler Teil erfolgreicher Führung.

Welche Werte leiten dich als Führungspersönlichkeit?


Vertrauen, Integrität, Ehrlichkeit und Verantwortungsbewusstsein stehen für mich im Zentrum. Ich glaube an klare Kommunikation, verlässliche Entscheidungen und daran, Verantwortung nicht weiterzureichen, sondern zu übernehmen.
Gute Führung schafft Orientierung, formuliert Erwartungen klar und gibt gleichzeitig Raum für Eigeninitiative. Unternehmerische Klarheit und menschliche Haltung gehören für mich untrennbar zusammen – besonders in schwierigen Situationen.

Warum hast du dich entschieden, Teil von Ameritum zu werden?


Ameritum verbindet operative Tiefe mit unternehmerischem Anspruch – genau diese Kombination halte ich für entscheidend, wenn es um echte Transformation geht. Mich überzeugt der klare Fokus auf Wirkung, Verantwortung und Umsetzungsstärke.


Darüber hinaus haben mich die Menschen überzeugt. Der Austausch auf Augenhöhe und das ehrliche Sparring zu anspruchsvollen Themen waren für mich ausschlaggebend, Teil dieser Community zu werden.

Worauf freust du dich in der Zusammenarbeit besonders?


Auf anspruchsvolle Mandate, ehrliches Sparring und darauf, gemeinsam Wirkung zu erzielen. Besonders reizvoll finde ich die Verbindung meiner operativen Erfahrung mit daten- und KI-gestützten Ansätzen, etwa über Tools wie catuuga – nicht als Selbstzweck, sondern als Unterstützung für bessere Entscheidungen, höhere Transparenz und nachhaltige Umsetzung.

Zum Abschluss: Was gibt dir persönlich Energie?


Zeit mit meiner Familie ist mein wichtigster Ausgleich – insbesondere, seit ich Großvater geworden bin. Diese Nähe erdet mich sehr. Dazu kommen Bewegung, Laufen und Golf. Diese bewussten Pausen helfen mir, Abstand zu gewinnen und auch in intensiven Mandaten klar und fokussiert zu bleiben.

Danke für dieses klasse Gespräch Marcus!

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